Kleidung und Accessoires

Coco Chanel und die Mode


 

Coco Chanel mit bürgerlichem Namen Gabrielle Bonheur Chanel ist wohl nicht nur eine der schillernsten Modeschöpfer unserer Zeit gewesen, sie war auch Vorreiterin in Sachen Damenmode.

Als uneheliches Kind eines Hausierers 1883 geboren, wuchs sie mit fünf Geschwistern auf. Nach dem frühen Tod ihrer Mutter lebte Gabrielle sechs Jahre lang in einem katholischen Waisenheim. Hier erlernte sie den Beruf der Näherin. Mit zwanzig Jahren begann sie in einem Aussteuer- und Babyartikelgeschäft als Näherin. Um über die Runden zu kommen, nahm sie auch private Nähaufträge an. Ihr erstes Hutatelier eröffnete sie 1910 in Paris. Die finanzielle Unterstützung dafür erhielt sie von ihrem damaligen Geliebten, einem Industriellensohn, der sie auch in die Gesellschaft einführte. Die beiden lernten sich in einem Klub in Moulins kennen, in dem Gabrielle damals als Sängerin auftrat. Es wird vermutet, dass daher auch der Name Coco stammt. Beliebt waren vornehmlich zwei Lieder von ihr, “Qui a vu Coco?” und “Ko-Ko-Ri-Ko”.

Durch die finanzielle Unterstützung ihres zweiten Geliebten, einem Bergwerkbesitzer konnte sie 1911 ihr erstes Modehaus in Paris eröffnen und zwei Jahre später dann eine Boutique im Seebad Deauville. Bereits 1915 besaß sie mehrere Modesalons und begann eine völlig neue Mode für Frauen zu kreieren. Ihre Mode zeichnete sich durch schlichte gerade Linien aus und war das Gegenteil der damals üblichen verzierten und aufwendigen Mode der anderen Modeschöpfer. Durch den Einsatz von überwiegend Baumwolljersey wirkten die Kleider leicht und figurumspielend. Sie kürzte die Röcke auf knapp unter dem Knie, was damals revolutionär und skandalös war.

Ihr Privatleben war für die damalige Zeit ebenso skandalös, denn sie hatte viele Affären mit bekannten Persönlichkeiten, war aber nie verheiratet. Durch die Affäre mit einem deutschen Nazi fiel sie nach Kriegsende in Frankreich in Ungnade und lebte viele Jahre in der Schweiz im Exil. Viel später wurde dann bekannt, dass sie sich den größten Anteil an der Firma Wertheimer angeeignet hatte. Dies gelang ihr durch die Zusammenarbeit mit den Nationalsozialisten, die die jüdische Familie Wertheimer damals enteignete und die Anteile der Familie an Coco Chanel übereignete.

Nach 15 Jahren im Exil eröffnete Coco Chanel 1954 in Paris ein neues Geschäft mit ihrer eigenen Kollektion. Zuerst wurde sie von der Presse dafür verhöhnt, doch ein Jahr später wurde sie vom Lifemagazine für ihre eleganten Kostüme in den höchsten Tönen gelobt und es begann der Siegeszug des Channelkostüms, das auch heute noch hochaktuell ist.

Doch hatte Coco Chanel auch großen Anteil an Modeerfindungen, die noch heute aktuell sind, dazu zählen der Modeschmuck, das kleine Schwarze, die typische Chanel-Handtasche: eine gesteppte Handtasche mit Schulterkette, das Tweedkostüm, Hosen für Frauen und Schuhe mit Fersenriemchen.

Eines ihrer wohl berühmtesten Kreationen ist das Parfüm Channel No.5. Es war das erste Parfüm, das nicht nach Blumen duftete, sondern eine sogenannte Aldehydnote hatte.
Sie starb im Alter von 87 Jahren mit den Worten “so stirbt man also!” Doch hat sie die Modewelt geprägt wie kein Anderer.



© Copyright 2010 Modeindex.com - Ausgewiesene Marken gehören jeweils ihren Eigentümern.