Seit über 40 Jahren bricht JPG die traditionellen Moderegeln, frei, kreativ und rebellisch, große Inspirationen, wenn man an seine gewagt-erotischen Parfümflakons denkt. Jean Paul Gaultier Modeschauen sind bekannt dafür, immer für Überraschungen zu sorgen. Für dieses Frühjahr hat er sich von Tätowierungen inspirieren lassen, wie u.a. chinesische Drachen, die hautenge Shirts, Jacken und Kostüme zieren. Wer sich für diese Stilrichtung nicht entscheiden kann, bleibt bei den klassischen Designs, u.a. Shorts, Hosen und Anzüge mit blauweißen feinen Nadelstreifen.
Ein bisschen Skandal gehört immer dazu, schließlich besitzt Jean Paul Gaultier seit Beginn seiner Fashionkarriere den Ruf des „Bad Boy“ der französischen Mode. Extrem fantasievoll und dennoch charmant reflektiert Jean Pauls Mode seine Kindheit in der Pariser Vorstadt: Er schwänzte zahllose Schultage, um im Haus seiner Großmutter Modekollektionen zu zeichnen und stundenlang dem Klatsch der Stadtdamen zuzuhören, die zu Tarotlesungen und Schönheitsheitbehandlungen kamen. Geradezu besessen von Haute couture unterstützten die Eltern den schüchternen Jungen mit ihren bescheidenen Reserven; 1970 begann er, nach der Schule im Modehaus Pierre Cardin zu arbeiten. Als jüngstes Mitglied im Hause Cardin musste er jedoch wegen Überbesetzung entlassen werden. Durch seinen Wechsel zu Esterel und Patou konnte er eine Menge lernen. 1974 kehrte er zu Cardin zurück und wurde als Firmenrepräsentant nach Manila gesandt. Sein Erfolg bei einflussreichen philippinischen Klienten war so unglaublich, dass sein Ausreisevisum abgelehnt wurde, bis er behauptete, seine Großmutter sei gestorben. 1975 kehrte er nach Frankreich zurück, um mit Hilfe von Francis Menuge, seinem Lebensgefährten, seine erste Kollektion zu präsentieren. Ausgefallenes Design wie Kleider für Männer verschaffte ihm schnell einen Kultstatus in der Modeszene. Stars schwören auf Gaultier: Madonna ließ u.a. ihr revolutionäres Outfit der Blonde Ambition Tour von ihm fertigen. Er war es übrigens auch, der die gesamte Kollektion für Luc Bessons Film „Das fünfte Element“ entwarf. 2003 verkündete Hermes, dass von nun an Gaultier der Chefdesigner des Hauses sei; zum ersten Mal seit 25 Modejahren entwarf der Franzose für ein anderes Label als sein eigenes.
Seine Couturefähigkeiten sind den Zeitgenossen immer eine Nasenlänge voraus, seine jugendlichen, unkonventionellen Schöpfungen schütteln die Modewelt, andere namhafte Designer orientieren sich an seinen Neuheiten. Stiften für wohltätige Zwecke gehört zu seinem Alltag; eine der letzten brillanten Ideen war sein Tannenbaum mit Quasten im Pariser Rothschild Hotel.
Zusammen mit Isaac Mizzahi entsteht für den Sommer eine neue Sonnenbrillenkollektion. Man darf gespannt sein, denn die letzte Kollektion zusammen mit Mikli brach alle Verkaufsrekorde. Partnerschaften mit den Luxusmarken Rowley, Cole Haan und London Fog wurden ebenfalls für das Jahr 2012 bestätigt.

![Source=[http://www.flickr.com/photos/89375044@N00/265414174/ ParisDay5 roll2 189] |Date=October 07, 2006 at 19:01 |Author=[http://www.flickr.com/people/89375044@N00 Captain Catan] from Frankfurt am Main, Ger](http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/c/c5/Jean-Paul_Gaultier.jpg)