Jil Sander - Hätte es sich nicht vor einigen Jahren so ergeben wie es eben war, hätten wir heute eine gigantische Designerin weniger. Jil Sander, die gelernte Textilingenieurin, verbrachte zwei Jahre lang als Moderedakteurin in den USA. Erst 1967 entschied sie sich zur Rückkehr nach Deutschland, um in Hamburg eine kleine Boutique zu eröffnen. Zunächst verkaufte sie hier nur Mode von französischen Designern. Inspiriert von den tollen Kleidungsstücken, begann Jil Sander ihre erste eigene Kollektion zu entwerfen, zu nähen und zu verkaufen. Schon damals brach ihr später einmal weltberühmter Stil durch. Minimalistisch, eng am Körper geschnitten, ein strenger Look inklusive.
Da sie in den ersten Jahren ihres Erfolges oft Kaschmir in ihren Kollektionen verwendete, hatte sie schnell den Spitznamen „Kaschmir-Queen“ weg. Das allerdings störte Jil Sander nicht im Geringsten. Denn wenn über einen geredet wird ist es immer eine Art von Werbung. Knapp 10 Jahre nach der Eröffnung ihrer Boutique, also 1976, erlebte die deutsche Designerin mit ihrem unverwechselbaren Stil den absoluten internationalen Erfolg. Businessfrauen aus aller Welt wollten ihre Stärke und Kraft mit der strengen Mode von Jil Sander unterstreichen. Also expandierte das Unternehmen gewaltig. Jil Sanders Mode ist wahrlich Mode für die Chefetage. Denn zu einem strukturierten Auftreten gehört auch eine strukturierte Garderobe mit klaren Linien und ohne viel Schnick Schnack. Jil Sander verzichtete schon immer auf zu viele Accessoires und optische Ablenkungsmanöver auf der Kleidung. Die Linien sollten für sich sprechen, und das taten sie auch.
Einen erneuten Karriereschub erlebte das Label mit dem Lounch von Kosmetikprodukten. Um einen starken Partner an der Seite zu haben, trafen sich in den 70er Jahren das Kosmetik-Imperium Lancaster und die deutsche Designerin und brachten gemeinsam Düfte und Kosmetika auf den Markt. Ebenso edel und fast schon unantastbar wie die Kleidung. 1997 endlich waren auch die Herren der Schöpfung an der Reihe von Jil Sander eingekleidet zu werden. Allerdings ebenso minimalistisch, streng und sehr eng geschnitten. Auch Accessoires wie Düfte oder Sonnenbrillen für den Mann kahmen nach und nach auf den Markt. Mittlerweile läuft auch die Herrenkollektion so gut, dass sie nicht mehr wegzudenken ist. Jil Sander ist wahrlich eine Kaschmirkomponistin mit Hang zum körperbetontem Auftreten.
